23.10.2008 - Bafálìyá - Neues Taschenwörterbuch Chinesisch von Langenscheidt, Im Sommer diesen Jahres – „rechtzeitig zur Olympiade“ - hat der Langenscheidt-Verlag ein neues Taschenwörterbuch Chinesisch herausgebracht, das – für Chinesischwörterbücher gewohnt umfangreich - nicht zuletzt durch originelle Hinweise und ein hilfreiches Instrumentarium zur Entschlüsselung chinesischer Schriftzeichen auf sich aufmerksam macht und laut Verlag „speziell für deutschsprachige Benutzer entwickelt“ wurde. Kosten: 29,90 Euro.
Als Taschenwörterbuch fällt diese Langenscheidt-Ausgabe – selbstverständlich im schönen Gelb mit dem bekannten blauen L-Logo - allein von seinem Umfang her für einen, der nur mit europäischen Reise-Taschenwörterbücher zu tun hat, mit über 1.100 Seiten schon ein bisschen aus dem Rahmen. Auch mit seinem Gewicht von mehr als einem halben Kilo liegt so ein Exemplar ganz schön schwer in der Tasche. Diese Dimensionen sind aber verständlich, wenn man bedenkt, dass es den Konzipienten auch bei einer Taschenausgabe wie dieser nicht bloß um eine Gegenüberstellung von fremdsprachlichen und deutschen Wörtern gegangen ist. „Pionierarbeit wurde geleistet“, ist sich Susanne Brudermüller, die zuständige Mitarbeiterin in der Redaktion, ganz sicher. Für dieses Taschenwörterbuch wurde nämlich nicht bloß ein vorhandene fremdsprachige Ausgabe übernommen. „Wir hatten speziell den deutschen Benutzer vor Augen und entwickelten drei Jahre lang gemeinsam mit deutschen und chinesischen Muttersprachlern zusammen ein völlig neues Konzept“ erläutert die für dieses Projekt auch verantwortliche Sinologin. „Ein echtes Novum zumindest für den Verlag“. Und inzwischen weiß man zu berichten, hat dieses Diktionär bereits in Schulen mit Chinesisch-Unterricht und bei Sinologie-Studenten großen Anklang gefunden hat.
So findet der Benutzer resp. die Benutzerin sämtliche chinesische Stichwörter, Wendungen und Übersetzungen in Schriftzeichen und in der offiziellen Lateinumschrift Pinyin. Zur Orientierung sind die chinesischen Stichwörter nach Pinyin in gewohnter Weise alphabetisch geordnet. Wer aber im Land oder in der Originalliteratur sich zurechtfinden will, ist mit den Schriftzeichen konfrontiert. Diese zu entschlüsseln hilft die „Radikaltabelle“, weil sich alle Zeichen letztlich auf bestimmte Striche und Strichkombinationen zurückführen lassen, die sogenannten Radikale. Da überdies auch dem gesprochenen bzw. gehörten Wort begegnet werden soll, sind auch die verschiedenen umfangreichen Erläuterungen zur Identifikation der unterschiedlichen Lauthöhen und deren Wiedergabe enthalten. Allein das ganze spezifische Instrumentarium nimmt ein Fünftel des Wörterbuchumfangs ein.
Auch wenn Nutzer und Nutzerin mit Sicherheit über einschlägige Informationen zur Kultur und Geografie Chinas verfügen dürften, gibt ihm bzw. ihr dieses Wörterbuch in vielen – knapp 150 - „Info-Fenstern“ schnelle und prägnante Hinweise zur chinesischen Sprache und Kultur. So findet man z.B. nicht nur den Ausdruck méi you bànfa („Es geht nichts mehr“), sondern ergänzende kurze Erläuterungen dazu, oder, was es mit der „Acht“ auf sich hat, oder Hinweise zum Taoismus und so weiter. Und zuguterletzt findet man dann noch einen kleinen Sprachführer, um sich beispielsweise im Restaurant zurecht zu finden oder dem Gesprächspartner seinen guten Willen zu zeigen. Dass sich im übrigen die Macher um einen „hochaktuellen Wortschatz“ bemüht haben, mag man beispielsweise daran erkennen, dass nicht nur bestimmte moderne „S...“-Wörter enthalten sind, sondern auch solche wie „Server“ (fúwùqì) oder „Solarenergie“ (tàiyángnèng) oder auch „süddeutsch“ (nán Déguóde). Und, natürlich auch „Bayern“: Bafálìyá!
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